

Das poesiefestival berlin zählt zu den Highlights der hauptstädtischen Kulturveranstaltungen. Auch in diesem Jahr öffnet es eine Wundertüte, aus der die Veranstalter zahlreiche Kunst-Erlebnisse herauszaubern – oder sollte man besser sagen: herausschmuggeln? Denn dieses Mal steht die Literatur des portugiesischen Sprachraums im Fokus, ein wahrhaft weltumspannendes Abenteuer, für das sogar poetische Schmuggelschiffe unterwegs sein werden.
Die Poesie ist ohnehin eine Grenzgängerin, die sich in nahezu allen künstlerischen Weltmeeren heimisch fühlt. Deshalb bietet das poesiefestival berlin 2008 auch weit mehr als Dichterlesung und Publikumsgespräch, nämlich ein Kunstfest für alle Sinne mit Musik, Tanz, Performance und Medienkunst. „Schläft ein Lied in allen Dingen“? Viel geschlafen wird wohl nicht auf dem poesiefestival berlin 2008. Aber die Stadt hebt an zu singen, denn das Zauberwort werden wohl viele der Autorinnen, Autoren und Performer treffen. Und sie werden sich, so hoffe ich, wohl fühlen in Berlins kultureller Vielfalt, die sie in einer langen Juli-Woche aufs Schönste mehren.
Herzlich Willkommen in Berlin!
Bem-vindo à Berlin!
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Mit dem poesiefestival berlin hat die Dichtkunst nun zum neunten Mal einen Rahmen zur Verfügung, der einzigartig ist in unserem Land und weltweit Beachtung erfährt, weil Poesie hier als eigenständige Kunst agiert. Über 150 Dichter und Künstler aus 25 Ländern sind zu uns gekommen und lassen uns Einblick nehmen in ihre Kunst, mit dem Wort und ihrer Sprache so umzugehen, dass wir begeistert zuhören und zusehen. Uns von unseren Blockaden im Umgang mit Dichtkunst zu befreien und der ältesten Kulturtechnik der Menschheit ihren Platz in der Gesellschaft zurück zu organisieren, ist Anliegen des poesiefestival berlin. Der diesjährige Schwerpunkt gilt der Lusophonie und damit der fünftgrößten Sprache der Welt, die auf vier Kontinenten zuhause ist.
Das poesiefestival berlin ist ein arbeitendes Festival. Der große Übersetzungsworkshop VERSschmuggel sorgt dafür, dass deutsche Gedichte fortan im portugiesischen Sprachraum wahrgenommen werden können. Dafür bürgt nicht zuletzt www.lyrikline.org, die während des Festivals mit dem Prädikat "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet wird. Fünf Uraufführungen machen die Ergebnisse gemeinsamen Arbeitens von Dichtern mit Komponisten Elektronischer Musik hör- und erlebbar. Kinder präsentieren die Ergebnisse ihrer Beschäftigungen mit Dichtkunst genauso wie die Singakademie Berlin, die sich der kompositorisch-sanglichen Umsetzung Konkreter Poesie angenommen hat. Das Gedicht in digitalen Welten ist ebenso Thema wie die Beschriftung der Stadt durch Gedichte und Graffiti! Mit T.S. Eliots "The Waste Land" kommt wieder ein Langpoem in theatraler Fassung zur Premiere. Beim Colloquium stellen sich Poesiezentren aus aller Welt vor und eröffnen die Diskussion um die Errichtung eines "Hauses für Poesie" in Deutschland.
Sicher werden Veranstaltungen wie "Weltklang", der große Afrika-Abend, das Lissabon-Porträt, das einzigartige Doppelkonzert von Arnaldo Antunes und Chico Cesar sowie die Performance-Konzerte von Ursula Rucker und Mike Ladd zu den Höhepunkten des Festivals zählen. Aufmerksam möchte ich aber auch auf das exklusive Nachtprogramm und die Poesiegespräche machen.
Das poesiefestival berlin findet in diesem Jahr in der Akademie der Künste statt. Ihrem Präsidenten, Klaus Staeck, und allen Kolleginnen und Kollegen dort sei sehr, sehr herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit gedankt. Dank auch dem Schirmherren, dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.
Nicht minder bedanken möchte ich mich beim Hauptstadtkulturfonds und bei allen Partnern im In- und Ausland sowie bei unseren Sponsoren. Den vielen Menschen, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen sei ebenso gedankt wie den Übersetzern, ohne die das Festival nicht möglich wäre.
All unseren Gästen viel Spaß in Berlin, sowie Kraft, Glück und Erfolg bei ihren Veranstaltungen. Unserem Publikum wünsche ich viele Überraschungen und Entdeckungen im künste- und medienübergreifenden Feld der Poesie.
Thomas Wohlfahrt
Direktor der Literaturwerkstatt Berlin und Leiter des poesiefestival berlin